Fördermittel barrierefreies Wohnen im Alter in Deutschland entdecken
- SalusMAX

- 15. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
Barrierefreies Wohnen wird mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Die eigenen vier Wände sollen sicher, komfortabel und selbstbestimmt bleiben, auch wenn körperliche Einschränkungen zunehmen. Doch Umbauten für Barrierefreiheit können teuer sein. Zum Glück gibt es in Deutschland verschiedene Fördermittel, die den finanziellen Aufwand reduzieren. Wer diese Förderungen kennt und geschickt kombiniert, kann oft Zuschüsse zu den Kosten erhalten und sein Wohnumfeld altersgerecht gestalten.

Fördermittel der Pflegekasse für Wohnraumanpassungen
Die Pflegekasse unterstützt Menschen mit Pflegegrad bei der Anpassung ihrer Wohnung. Nach § 40 SGB XI können bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme beantragt werden. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme die Pflege erleichtert, ermöglicht oder die Selbstständigkeit erhält.
Geförderte Maßnahmen, Beispiele:
Türverbreiterungen für Rollstuhlnutzer
Einbau eines bodengleichen Duschbereichs
Treppenlifte
Feste Rampen
Haltegriffe im Bad und WC
Badumbau
Schwellenabbau
Elektrische Rolläden
Elektrisch absenkbare Küchenschränke
Fest montierter Duschsitz
Heraufsetzen WC Sitz (Baulich)
Handläufe im Wohnbereich
Wichtige Voraussetzungen
Pflegegrad 1 bis 5 muss vorliegen
Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden
Kostenvoranschlag direkt mit Antrag versenden
Die Maßnahme muss die Pflege erleichtern, ermöglichen oder die Selbstständigkeit fördern
TIPP: Es gilt: Erst Bewilligung abwarten, dann einbauen!
Besonderheiten bei mehreren Personen im Haushalt
Bis zu vier Personen können jeweils bis zu 4.180 Euro erhalten, falls eine Pflege-WG gegründet wird. Das bedeutet, ein Haushalt kann bis zu 16.720 Euro für barrierefreie Umbauten nutzen. Zusätzlich gibt es eine Anschubfinanzierung für die Gründung von Wohngruppen mit bis zu 10.452 Euro. In der WG können zwar mehr als vier Pflegebedürfitge wohnen, die Eurobeträge der Zuschüsse sind jedoch mit diesen Sätzen limitiert und werden dann auf die Bewohner aufgeteilt.
Diese Förderungen sind besonders interessant für Pflegebedürftige die Wohngemeinschaftengründen und die gemeinsam barrierefrei wohnen möchten.
TIPP: Für Pflegebedürftige in Wohngruppen gibt es außerdem einen Zuschlag von 224 Euro pro Person. Hier hat der Gesetzgeber aktuell einiges vor. Es bleibt spannend. Wir halten Sie informiert.
Die KfW-Bank bietet zinsgünstige Kredite und Zuschüsse für barrierefreie Umbauten an. Das Programm 455-B richtet sich an Bestandsgebäude und fördert Einzelmaßnahmen sowie Komplettmaßnahmen.
Förderfähige Maßnahmen
Badezimmeranpassungen
Türverbreiterungen
Treppenlifte
Rampen und Aufzüge
Wohnraumanpassungen für Rollstuhlnutzer
Förderhöhe und Antragstellung
Der Zuschuss kann bis zu 6.250 Euro betragen. Wichtig ist, dass der Antrag vor Baubeginn gestellt wird. Die KfW-Förderung lässt sich gut mit der Pflegekassenförderung kombinieren, um die Kosten weiter zu senken. Halten Sie beide Institutionen jedoch gleichermaßen informiert.
NRW.BANK -- Wohnraumförderung NRW
Die NRW.BANK bietet das Förderprogramm "Modernisierung" -- für altersgerechten und barrierefreien Umbau:
· Zinsgünstige Darlehen
· Für Eigentümer und Mieter (mit Vermietereinwilligung)
Kontakt und aktuelle Infos: nrwbank.de
Städtische Förderprogramme -- Düsseldorf und NRW
Viele Städte in NRW haben eigene Förderprogramme für barrierefreie Umbauten, oft kombiniert mit KfW:
· Düsseldorf: Wohnraumförderungsprogramm der Stadt -- Beratung beim Amt für Wohnungswesen
· Köln, Dortmund, Essen: eigene Stadtprogramme -- bei der jeweiligen Wohnungsbauförderung anfragen
So gehen Sie vor (immer Kostenvoranschläge mitsenden)
1. Pflegegrad vorhanden? → Antrag bei Pflegekasse stellen (vor Baubeginn!)
2. Eigenheim oder Mietwohnung? → Bei Mietwohnung: Vermietereinwilligung einholen
3. KfW-Antrag stellen → über Hausbank, vor Baubeginn
4. NRW.BANK prüfen → für größere Umbaumaßnahmen
5. Beratung bei der Stadt terminieren
6. Alle Förderungen kombinieren → Pflegekasse + KfW + städtisches Programm sind kombinierbar- immer alle gegenseitig informiert halten
Weitere Fördermittel barrierefreies Wohnen und Tipps
Neben der Pflegekasse und der KfW gibt es weitere Wege, Fördermittel barrierefreies Wohnen und Umbauten zu finanzieren:
Landesförderprogramme: Viele Bundesländer bieten eigene Zuschüsse oder Darlehen für barrierefreies Wohnen an. Die Bedingungen und Förderhöhen variieren.
Kommunale Förderungen: Einige Städte und Gemeinden unterstützen barrierefreie Umbauten mit Zuschüssen oder zinsgünstigen Krediten.
Steuerliche Vorteile: Handwerkerleistungen für Renovierungen, die der Barrierefreiheit dienen, können steuerlich geltend gemacht werden.
Sozialämter: In bestimmten Fällen übernehmen Sozialämter Kosten für notwendige Umbauten, wenn andere Förderungen nicht ausreichen.
Praktische Tipps für die Antragstellung
Informieren Sie sich frühzeitig über alle Fördermöglichkeiten.
Stellen Sie alle Anträge vor Beginn der Umbauten.
Bedenken Sie Wartezeiten bei Dienstleistern
Holen Sie mehrere Kostenvoranschläge ein, um die Förderhöhe optimal auszuschöpfen.
Nutzen Sie Beratung durch Pflegeberater oder spezialisierte Dienstleister.
Steuerliche Absetzbarkeit
Kosten für behinderungs- oder pflegebedingte Umbauten können als außergewöhnliche Belastung (§ 33 EStG) von der Steuer abgesetzt werden -- soweit sie nicht durch Förderungen gedeckt sind. Steuerberater fragen.
Typische Maßnahmen
Maßnahme | Typische Kosten | Förderung Pflegekasse | KfW-Zuschuss |
Haltegriffe Bad/WC | 200-600 € | Ja (bis 4.180 €) | Ja |
Bodengleiche Dusche | 3.000-8.000 € | Ja (bis 4.180 €) | Ja |
Türverbreiterung | 500-2.000 € | Ja | Ja |
Treppenlift | 5.000-15.000 € | Ja (Teilförderung) | Ja |
Rampe statt Treppe | 500-3.000 € | Ja | Ja |
Warum barrierefreies Wohnen so wichtig ist
Barrierefreiheit im eigenen Zuhause bedeutet mehr als nur Komfort. Sie ermöglicht es älteren Menschen, länger selbstständig in den eigenen vier Wänden zu leben und reduziert das Risiko von Unfällen und hochgradiger Pflegebedürftigkeit. Treppenlifte, bodengleiche Duschen oder Haltegriffe schaffen Sicherheit und erleichtern die Pflege. Mit den richtigen Fördermitteln wird der Traum vom altersgerechten Wohnen möglich. Zuhause.
FAQ
Muss ich einen Pflegegrad haben um Förderung von der Pflegekasse zu bekommen?
Ja. Ohne Pflegegrad keine Förderung durch die Pflegekasse. Aber: Der Antrag auf Pflegegrad kann parallel gestellt werden.
Kann ich den Umbau starten, ohne eine Bewilligung der Pflegekasse vorliegen zuhaben?
Bitte nicht. Ohne Bewilligung erhalten Sie keinen Zuschuss der Pflegekasse.
Kann ich auch als Mieter Förderung bekommen?
Ja -- von der Pflegekasse und KfW auch für Mietwohnungen. Sie benötigen die Einwilligung des Vermieters.
Kann ich mehrere Förderwege gleichzeitig nutzen?
Ja. Pflegekasse (§ 40), KfW und städtische Programme sind kombinierbar. Reihenfolge: Zuerst Pflegekasse, dann KfW.
Was wenn die Pflegekasse den Antrag ablehnt?
Widerspruch einlegen. SalusMAX unterstützt bei Widersprüchen.
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SalusMAX -- Pflegeberatung in Düsseldorf
Wir helfen bei der Antragstellung für Wohnraumanpassung und bringen Sie mit Anbietern zusammen.
Persönlich in Düsseldorf | Digital für ganz NRW
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